Es Gxunds Nois! Tipps für eine nachhaltige Silvesterfeier


Nachhaltig und umweltbewusst ins neue Jahr starten war nie einfacher!

An Silvester macht man sich als Green Event Manager selten Freunde. Ausgerechnet die drei beliebtesten Schweizer Neujahrstraditionen sind suboptimal für die Umwelt, zwei davon sind regelrecht schädlich. Feuerwerk böllert Feinstaub in die Luft, Blei ist hochgiftig und Tischbomben sind Plastikverschwendung in Reinkultur. Wer sich also vorgenommen hat nächstes Jahr umweltbewusster zu leben sollte bereits einen Tag früher damit anfangen.


Warum Feuerwerk und Co. schlecht für die Umwelt sind und welche Alternativen bereits den Markt erobern findet Ihr hier:


FEUERWERK

Was wäre Silvester ohne Feuerwerk? Feinstaubarmer. In der Stunde nach Mitternacht werden Extremwerte gemessen. Mehr als 1'000 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter liegt nach den Neujahrsfestivitäten in der Luft, das sind etwa 17% der jährlich im Strassenverkehr entstehenden Feinstaubmenge. Zum Vergleich, der Grenzwert der EU liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter pro Tag, das Jahr startet mit 200% mehr. So schön das jährliche Farbenspektakel ist, es böllert in erster Linie Metalle in die Atmosphäre. Dazu kommen Oxidationsmittel (Perchlorate) und eben, diese feine, giftige Staubwolke, die sich schleichend über die ganze Stadt legt. Ein wunderschöner Cocktail voller Umweltschäden.


Die Alternative: kein Feuerwerk. Das Nächstbeste? Weniger. Wer nicht auf das Himmelsspektakel verzichten will sollte Neujahr in der Stadt verbringen. Die "offiziellen" Feuerwerke sind meistens sauberer als billige Böller aus dem Supermarkt. Ansonsten ist Nachbarschaftshilfe gefragt: zusammen Krachen macht mehr Spass und verbraucht weniger Feuerwerk. Auf alle Fälle gilt: aufräumen! Wer seinen Abfall nach dem Spass fachgerecht entsorgt mindert den Umweltschaden. Und der Vollständigkeit halber: grüne Feuerwerksfarbe ist am schlechtesten für die Umwelt, Vulkane am besten.


BLEIGIESSEN

Der altertümliche Brauch gibt es seit Jahrhunderten, an Silvester findet er jeweils seinen Weg in die Stuben. Das ist ziemlich gewagt, die Dämpfe sind hochgiftig. Das Schwermetall ist ein Umweltschadstoff, deshalb hat die EU Grenzwerte bestimmt: 0.3% Bleigehalt dürfen nicht überschritten werden, in handelsüblichen Blei-Sets liegt er nach wie vor bei 71%. Um die Umwelt nicht noch mehr zu belasten müssten die Bleifigürchen nach Silvester fachgerecht entsorgt werden, bei vielen laden sie im Haushaltkehricht.


Die Alternative: ebenso lustig, nur ohne giftige Dämpfe ist Wachs giessen. Stehen bei Euch noch Advents- oder Christbaumkerzen rum? Dann wird jetzt recycelt. Alles was Ihr zum Wachsgiessen braucht sind:

  • Wachsreste

  • Ein alter Löffel

  • Eine (brennende) Kerze

  • Eine Schale mit kaltem Wasser

Die Wachsreste über der Kerze mit einem Löffel schmelzen, den flüssigen Wachs in die Wasserschüssel legen und zusehen, wie sich Formen bilden. So steht der Neujahrsorakelei nichts Giftiges mehr im Weg.


TISCHBOMBE

Nicht schädlich für die Gesundheit aber doch irgendwie ziemlich sinnlos sind Tischbomben. in den 60er Jahren von Max Amsler entwickelt ist die moderne Tischbombe nicht nur eine Schweizer Erfindung, sondern auch nirgends so beliebt wie bei uns. Eine halbe Million "table bombs" werden in der Schweiz jedes Jahr an Silvester verkauft, das ist 80% der jährlichen Verkaufsmenge.


Im Zeitalter der Plastikreduzierung wirkt dieser helvetische Neujahrsbrauch etwas überholt und rückständig. Deshalb ist hier die Frage erlaubt: zündet Ihr Tischbomben wegen dem Krawoom oder den lustigen Partyfotos mit Hütchen und Masken? Für beides gibt es nämlich tolle Alternativen!


Die Alternative für Krawoom: Tischbomben selber füllen. Leere Tischbomben gibt es samt Anleitung im Schweizer Fachhandel und kann mit allem gefüllt werden was nicht allzu schwer ins Gewicht fällt. Schokotaler, Münzen, nützlicher Krimskrams aus nachhaltigen Materialien: Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ansonsten gibt es mittlerweile plastikfreie Tischbombensets, die Esswaren in den Äther knallen. Immerhin besser als Plastikfigürchen, die postwendend im Müll landen.


Die Alternative für Partyfotos: Wer Tischbomben vor allem wegen der lustigen Partyfotos zündet ist mit wiederverwendbaren Fotorequisiten besser (und umweltfreundlicher!) bedient. Ausgefallene Hüte, Brillen, Masken und Perücken gibt es im Brockenhaus und können jahrelang wiederverwendet werden. Für Hobbypartyfotografen lohnt es sich, hier etwas Geld zu investieren.


Wie auch immer Ihr dieses Jahr feiert, startet mit Euren guten Vorsätzen ein paar Stunden früher. Weniger Plastik, mehr wiederverwendbare, natürliche Materialien und ein Recyclingkonzept für Eure Hausparty ist alles was es für einen umweltfreundlichen Start ins neue Jahr braucht.


In diesem Sinn: Es Guets Nois!

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